Uwe Seltmann - Gedichte & Co.

Sonstige Gedichte

3 Raben

3 Raben

 

3 Raben sind bei uns zu Haus.

Sie wohnen in der Stube.

Nun woll'n sie in die Welt hinaus

und drücken auf die Tube.

 

Der Eine krächzt: "Ich will jetzt fort

und endlich was erleben."

Ein Anderer guckt und schaut hinaus:

"Was wird es da wohl geben?"

 

Der Dritte ist ganz quietschvergnügt 

und schaut auf diese Beiden.

"Wohin soll denn die Reise gehn

mit Spiel und Spaß und Freuden?"

 

"Schaut doch eure Flügel an.

Aus Papier sind sie geschnitten.

Der Bauch aus Styropor gemacht.

Was hat euch bloß geritten?"

 

Die Beiden blicken sich jetzt an

und rufen "Das ist dumm".

So kommen wir niemals in die Welt.

Hängen hier nun weiter rum".

 

Was ist die Lehre von den Raben,

die keine echten Flügel haben?

Ich hab's erzählt in der Geschicht:

"Fliegen kannste oder nicht".

 

Drum willst auch du in diese Welt,

schau wie ist's um dich bestellt.

Nicht jeder Flug bringt dir was ein.

Ohne Flügel könnt's der letzte sein.

 

© Uwe Seltmann

Oktober 2019

 
 

Blick aus dem Klo

Blick aus dem Klo

  

Der Blick aus dem Klo,

versöhnt mich mit der Welt,

um welche es schwierig

und sehr traurig bestellt.

 

Drum schau ich ins Grüne 

und genieße es recht.

Die würde ich nie wählen.

Denn Blödheit ist schlecht.

 

So sitz ich und schaue

ins Grüne manches Mal

Ich werd so weiter machen.

Auch nach der nächsten Wahl.

 

© Uwe Seltmann

30. Juli 2019

 
 

Frei

Frei

 

Dein Blick ist frei,

solange du siehst, was Andere sehen wollen.

 

Deine Meinung ist frei,

solange du meinst, was Andere dir bestimmen wollen.

 

Dein Wort ist frei,

solange du sagst, was Andere hören wollen.

 

Du bist frei,

wenn du nicht mehr tust, was Andere von dir wollen.

 

© Uwe Seltmann

November 2019

 
 

Für einen Verein

Für einen Verein

 

Für einen Verein saß ich am Rohr.

Stimmte ein im Lügenchor.

Posteingang- ist der schon da?

Nichts gemacht. - Tirallala.

 

Den Kunden ärgerts. Was soll das bloß?

Ist schon beim Anwalt. Gnadenlos.

Die Post, versendet oder nicht.

Jetzt ist halt alles beim Gericht.

 

Wir sind die Besten in der Welt.

Für uns wurde ein Gesetz erstellt.

Drum feiern wir uns selber hier.

Denn Geld ist unsere größte Gier.

 

Und ausgelagert in die Welt

Ist die Abteilung Bitterfeld.

Zwar nicht an diesem schönen Ort.

Wer glaubt denn schon an unser Wort?

 

Drum hört auch weiter auf die Lügen.

Wir wollen euch doch nicht betrügen.

Bleiben gierig bis zum Tod.

Kündigung tut jetzt schon Not.

 

Wir nehmens auch noch von den Erben.

Billig lässt sich's halt nicht sterben.

Drum denkt an uns bei Tag und Nacht.

Seid ruhig um euren Schlaf gebracht.

 

Mir reicht's. Ich hab das alles satt.

Die Wahrheit ist ein anderes Blatt.

Auf Wiedersehen. Das sag ich nun.

Und werde jetzt was anderes tun.

 

© Uwe Seltmann

Oktober 2019

 
 

Helden

Helden

 

Es gibt sehr vielen Helden

in dieser kranken Zeit.

In verschiedenen Berufen

sind sie für dich bereit.

 

Sie sitzen an der Kasse

und räumen Ware ein.

Würden auch Mal gerne 

bei ihren Kindern sein.

Hören deren Sorgen

und trösten sie im Nu.

Sie kämpfen für das Morgen

und finden keine Ruh.

 

Im Krankenhaus die Ärzte

ihr Allerbestes tun.

Schwestern und auch Pfleger

kommen kaum zum Ruh'n.

Sie und viele Andere 

fordert diese Zeit

bis auf's Allerletzte.

Sei zum Dank bereit.

 

© Uwe Seltmann

März 2020

 

Kirchenmaus

Meine Kirchenmaus

Kirchenmaus

 

Unsere kleine Kirchenmaus

geht in der Kirche ein und aus.

 

Sie kennt den Altar und die Glocken.

Auf der Orgel sah man sie schon rocken.

 

Sie fühlt sich wohl in diesem Haus.

Halt ne echte Kirchenmaus.

 

So Vieles hat sie schon erlebt.

Auch gehört manch Stoßgebet.

 

Hochzeit, Taufe, Kindersegen

kommt ihr immer sehr gelegen.

 

Unter der Bank schaut sie dann zu.

Auch wenn's geht zur letzten Ruh.

 

Und geht sie irgendwann in Rente.

Bleibt sie hier zum seel'gen Ende.

 

Hört noch Mal den Glockenklang

als wunderschönen Abgesang.

 

© Uwe Seltmann

Februar 2020

 

Licht

Licht

 

Es steht ein Licht im Fenster.

Es leuchtet dieser Nacht.

Es ist das Licht der Hoffnung.

Es bricht des Dunklen Macht.

 

Das Licht bringt seine Helle

in diese dunkle Welt.

Es soll auch dir heut leuchten.

Ich hab's für dich gestellt.

 

Lass dieses Licht jetzt scheinen

tief in dein Herz hinein.

Es schenkt dir seine Helle

und etwas Glücklich sein.

 

@ Uwe Seltmann

März 2020

 
 

Mit 69 Jahren

Mit 69 Jahren

 

Mit 69 Jahren sollen wir in Rente geh'n.

Mit 69 Jahren - das ist doch wunderschön.

Mit 69 Jahren ist oft alles schon vorbei.

Mit 69 Jahren erliegst du dieser Hetzerei.

 

Doch die Banken und der Staat,

die sehen es so vor.

Denn du wirst immer älter, du armer deutscher Tor.

Hast gerammelt und geschuftet das ganze Leben lang.

Die Knochen sind verschlissen, die Nerven liegen blank.

 

Kriegst bald deine Rente erst mit 69 Jahren.

Kannst mit dem Rollator ja noch zur Arbeit fahren.

Vielleicht bist du bis dahin auch schon lange tot.

Gezahlt in die Rentenkasse. Du armer Vollidiot.

 

Das Geld, das kriegen andere und leben gut davon.

Du hast's gezahlt. Der Tod ist nun dein Lohn.

Vielleicht kommt es auch anders. Du erlebst die Rente noch.

Dann kommt das nächste, doch auch nicht bessere Joch.

 

Gebrochen und krank im Altersheim du bist.

Das schöne Rentnerdasein ist ein echter Mist.

Geträumt von vielen Reisen hast du früher mal.

Kriegst täglich gefüttert dein kärglich Gnadenmahl.

 

Stimmst dann mit ein im deutschen Rentner-Chor.

Singst der Politik dein letztes Ständchen vor.

Dieses ist sehr traurig und leider bitter wahr.

Immer mehr Deutsche erleben nicht ihr erstes Rentenjahr.

 

Mit 69 Jahren sollen wir in Rente geh'n.

Mit 69 Jahren - das ist doch wunderschön.

Mit 69 Jahren ist oft alles schon vorbei.

Mit 69 Jahren erliegst du dieser Hetzerei.

 

© Uwe Seltmann

Oktober 2019

 
 

Montag

Montag

 

Das Wochenende ist vorbei.

Es beginnt von vorn die Schufterei.

Der Staat, er muss ja funktionieren.

Du darfst den Mindestlohn kassieren.

 

Drum mach dein Ding und sehe zu,

wie die Steuer greift im Nu.

Du darfst zwar schuften und malochen.

Doch wenig bleibt dir in vier Wochen.

 

Und die Moral von der Geschicht.

Arbeit lohnt sich manchmal nicht.

 

© Uwe Seltmann

Februar 2020

 
 

Panik

Panik

 

Panik greift um sich im Land.

Deutschland vorm Total-Stillstand.

Coronas Viren überall.

Wenig Rat. Nur lauter Schall.

 

Grenzen werden dicht gemacht.

Nicht bei uns. Das wär gelacht.

Wir schaffen das in diesem Land.

Dafür sind wir gut bekannt.

 

Die Krise kennt ein anderes Ziel.

Lenkt gut ab vom Welten Spiel.

Politik und ihr Versagen

sehen wir in diesen Tagen.

 

Hundert Jahre sind nicht lang.

Weltwirtschaft am Untergang.

Damals fand man keinen Rat.

So wie heut in diesem Staat.

 

Warten wir, was nun geschieht.

Jeder hat sein Fachgebiet.

Über das hinaus zu schauen

trauen sich nicht mal die Schlauen.

 

Sie könnten sehen, wie es steht.

Das so Manches bald vergeht.

Doch mit Geld und gut dotiert

die Arroganz sich selbst regiert.

 

© Uwe Seltmann

März 2020

Wahrheit

Wahrheit

 

Die Wahrheit ist gestorben.

Im Land es dunkel wird.

Gelogen und betrogen

wird weiter unbeirrt.

 

Was soll aus uns bald werden,

wenn es so weiter geht?

Die Lüge müsste sterben,

damit die Wahrheit neu ersteht.

 

Es kämpfen jedoch Mächte im Dunkeln dieser Welt.

Sie wollen dies verhindern. Es ist sehr schlecht bestellt.

 

Drum sag einfach die Wahrheit, wo sie angebracht.

Bring ein bisschen Helle in diese dunkle Nacht.

 

© Uwe Seltmann

März 2020

 

 

 

 

Weihnacht unterm Tannenbaum

Weihnacht unterm Tannenbaum

 

Ein Arbeiter geht zur Weihnachtsschicht.

Stillstand kennt die Firma nicht.

Auch heute muss der Euro rolln.

Einen Zuschlag gibt's zum Mindestlohn.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Eine junge Frau ganz einsam ist.

Sie weiß nicht, was Familie ist.

Die Eltern hat sie nie gekannt.

Wünsche und Träume sind verbrannt.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Eine Pflegerin im Altersheim

sieht kaum die eigenen Kinderlein.

Schichtbetrieb und wenig Zeit

hält das Fest für sie bereit.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Ein alter Mann ist ganz allein.

Denkt, es könnt ganz anders sein.

Die Kinder sind in der Ferne jetzt.

Kommen nicht zum Heiligen Fest.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Ein Obdachloser friert so sehr.

Wie ihm geht es noch Vielen mehr.

Durch die Straßen zieht er nun.

Was kann er denn auch Anderes tun?

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Ein Junky sich den goldenen Schuss bald setzt.

Er hat die Schnauze voll von Fest.

Die Welt ist lang nicht mehr sein Ding.

Hat erlebt, wie mancher schon so ging.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Ein Soldat im Schützengraben

würde gerne Frieden haben.

Die Kugel kennt den Frieden nicht.

Trifft ihn mitten ins Gesicht.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

So ist das Fest nicht nur voll Freud.

Für manche wird es schnell zum Leid.

Drum denkt an die, wo's anders läuft.

Der eine oder andere sich besäuft.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche ist das nur ein Traum.

 

Wenn ihr in den Kirchen seid,

zur wunderschönen Weihnachtszeit,

wird mancher in Verzweiflung leben,

dem wir sollten Hoffnung geben.

Weihnacht unterm Tannenbaum,

für manche bleibt das nur ein Traum

 

© Uwe Seltmann

Dezember 2019